Fragen & Antworten

Frage:

ich gebe mir echt mühe, stolpere aber die ganze zeit über die unwissenschaftlichkeit der ganzen sache. punkt eins: welche version des korans soll ich nehmen? ich hab mich mal schlau gemacht und gehe von der kairiner koranausgabe von 1924 aus, ist das richtig? und wenn ja, wieso ist das allwissende, absolut perfekte wort gottes erst 1500 jahre nach sendung als gesammtausgabe zustande gekommen? zweitens: welche gruppe soll ich ernst nehmen, sunniten oder schiiten? drittens: das leben mohammeds wurde erst nach hundert jahren von ibn ishak beschrieben, der bericht ging verloren, und wurde von ibn hisham nochmal hundert jahre später neu formuliert. wie kann man so eine quelle als "wahr" betrachten. viertens: überall hört man, der koran ist nur auf arabisch wirklich zu verstehen. wenn der islam universell und perfekt sein soll, wieso funktioniert er dann nur auf einer sprache? heisst das alle sprachen ausser arabisch sind minderwertig und man muss erst arabisch auf muttersprachen niveau lernen um den koran verstehen zu können? das würde ich nicht als "perfekte Fehlerlosigkeit" verstehen, zumal gott ja mehrsprachig sein muss.

Antwort:

Zu Punkt 1: Die Auffassung, der Koran sei inhaltlich erst 1924 von der Azhar-Universität für alle Muslime maßgeblich standardisiert worden, ist mehr oder weniger eine seit einigen Jahren im Internet zirkulierende Legende. Diese Macht hat die Azhar-Universität gar nicht – wahrscheinlich war der Urheber des Mythos der Meinung, Azhar sei für die Muslime so etwas wie der Vatikan. In Wirklichkeit ist es einfach nur eine der angesehensten Universitäten der islamischen Welt. Es mag sein, dass Schriftstil und die Art der Zeichensetzung einer damaligen Ausgabe im Sinne eines Trends diejenige einiger anderer Drucke beeinflusst hat, aber das ist ja offensichtlich irrelevant. Ein Vergleich mit um Jahrhunderte älteren Exemplaren zeigt, dass das Jahr 1924 mitnichten eine besondere Rolle gespielt hat.

Die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten geschah beispielsweise schon im ersten Jahrhundert nach dem Tod des Gesandten Gottes Mohammed (s), zunächst aus politischen Gründen, etwas später vertiefte sie sich auf dogmatischer Ebene - dennoch lesen Sunniten und Schiiten seit all diesen Jahrhunderten ein und denselben Koran.

Zu Punkt zwei: Es geht nicht um das, was subkonfessionelle Gruppen sagen, sondern um das, was Gott, der Allschöpfer, sagt. Und das steht im Ehrwürdigen Koran.

Zu Punkt drei: Niemand behauptet, alles was Ibn Ishâq überliefert habe, sei wahr, und er ist auch nicht der einzige Historiker, der die Laufbahn des Gesandten Gottes (s) beschrieb. Stattdessen speist sich die korrekte Sicht auf seine Laufbahn aus tausenden Quellen, die ein zuverlässiges Gesamtbild ergeben. Mehr als grobe Stationen zu seinem Leben, die das Verständnis des Koran erleichtern, braucht man als Laie ohnehin nicht zu kennen.

Zu Punkt 4: Die Religion Gottes besteht aus einem Kernfundament und aus Verzweigungen. Für das Verständnis des Kernfundaments braucht man kein Arabisch, für die kernnahen Verzweigungen auch nicht, für die restlichen Verzweigungen häufig schon, diese sind aber für das Schicksal im Jenseits nicht essentiell.


Frage:

Was macht den Islam und seine Gesetzgebung besser gegenüber dem Säkularismus , dem Humanismus, der Demokratie etc.? Warum gibt es bei Atheisten eine so hohe Gebildetenrate, eine niedrige Kriminalität und sehr viele, die sich für das Gute einsetzen? Würde die Welt laut Islam ein Chaos sein, wenn keiner mehr glauben würde? Auf Apostaten bezogen: War da nicht dieser Hadith-Qudsi, der sagt: "Wer mir den Rücken zukehrt, mach ich sein Leben zur Hölle"; stimmt das aber? Wie sehr brauchen wir Religion? Nur damit wir ins Paradies kommen können und nicht weil es der einzige Weg ist, auf dieser Welt rechtschaffen zu sein? Braucht man Religion als Basis für die Moral? Geht das auch ohne Religion als Atheist, indem man die Vernunft benutzt? Haben Menschen ohne Religion ein harmonischeres Leben, mit Demokratie und Humanismus? Warum war bei sogenannten strenggläubigen Muslimen das harmonische Zusammenleben so schwer (z.B. Almohaden)? Kann es sein, dass ich mir zu sehr den Kopf zerbeche über den unter Muslimen steigenden Atheismus, oder ist das durchaus berechtigt?

Antwort:

Man muss nicht unbedingt zu dem Eindruck kommen, dass Atheisten genauso glücklich wie oder gar glücklicher als rechtgläubige Menschen sind. Wenn es dafür Statistiken gibt, müsste man fragen: Wie genau kamen sie zustande, d.h. wie waren die Fragestellungen und wurden alle verfälschenden Faktoren korrekt herausgerechnet?

Hinzukommt, dass man zwischen religiösen, strengreligiösen und tiefgläubigen Muslimen unterscheiden muss. Zwischen diesen drei Gruppen mag es Überschneidungen geben, sie sind jedoch nicht miteinander identisch. Ein tiefgläubiger Mensch ist sich jeden Tag der Nähe des Herrlichen, des Wunders der Schöpfung und der unfassbaren Wohltat, in der er sich befindet, bewusst, auch wenn er materiell zu den Ärmsten der Armen gehört. Jeder Bissen schmeckt ihm besser als dem reichen Ungläubigen ein Teller der vorzüglichsten Speisen schmecken könnte.

Ebenso muss man bei den Nichtmuslimen unterscheiden zwischen denen, die nie mutwillig eine Entkennung (kufr) begangen haben, sowie den echten Entkennenden. Und auch unter letzteren ist zu unterscheiden, nämlich zwischen denen, zu denen die Botschaft gekommen ist, und denen, zu denen sie gekommen ist, worauf sie sie mutwillig ignorierten. Auf diese letzte Gruppe bezieht sich der Vers, den Du wohl meintest (20:124).

Ob Religion für die Sicherung von Moral nötig ist, obwohl künstliche Ideologien scheinbar auch dafür zu sorgen scheinen? Ja, denn man blicke in die Geschichte und auf das, was passiert ist, als man gezielt Ideologien als Ersatzreligion aufzubauen versucht hat, z.B. die stalinistische Sowjetunion mit Millionen Toten in ihren Konzentrationslagern und Kriegen, Nazi-Deutschland usw. usf.

Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls, wie sehr der sogenannte Humanismus und andere menschengemachten Ideolgien vom Christentum und anderen Religionen (und somit letztlich von den Offenbarungen Gottes an Moses oder Jesus) historisch inspiriert sind, auch wenn es ihre Anhänger nicht gerne zugeben.

Viele Atheisten (wenn es überhaupt echte Atheisten sind, denn häufig glauben sie durchaus an etwas Absolutes Transzendentes) verhalten sich hauptsächlich deswegen moralisch vorbildlich, weil sie gerade eben beweisen wollen, dass es auch ohne Religion geht. Das bedeutet natürlich, dass wenn es Religion nicht gäbe, hätten sie keine Motivation etwas zu beweisen und sich moralisch vorbildlich zu verhalten.

Und nicht zu vergessen: Die höchste moralische Handlung ist, an Gott zu glauben und Ihn alleine anzubeten (ohne die Art und Weise der Anbetung der eigenen Laune zu überlassen, denn das gliche der Anbetung der Laune). Ohne Offenbarung und Religion geht das nicht. Und diese moralische Handlung stellt alle anderen moralischen Handlungen in den Schatten.

Ob sich Atheismus in muslimischen Ländern verbreitet? Möglich, aber im Zuge der modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten verbreiten sich auch viele andere Dinge: Sufismus, Salafismus, Schiismus etc. pp.

Siehe auch den Artikel: Es gibt keine Entschuldigung


Frage:

Mich hat ein Kollege heute auf Religionen angesprochen. Er ist ultrareligiös christlich und hätte gerne Informationen zu: 1. Wesen Gottes im Islam (die Christen verbinden viel mit Liebe etc. er möchte wissen, ob im Islam auch so etwas existiert). - 2. Die Geschichte der Ehebrecherin, die zum Propheten kam und was die Bestrafung bedeutet (er hat die Geschichte irgendwo gehört) - 3. Wichtigkeit der Werke/Taten im Islam. (Er ist überzeugt, dass die guten Taten alles sind im Christentum und möchte die islamische Sicht wissen).

Antwort:

Zu Nr. 1)

Im Koran nennt Gott Sich "den Liebenden" (Suren 11:90 und 85:14). Wenn man Barmherzigkeit als eine Form von Liebe ansieht, was ja naheliegt, da der Gesandte Gottes (s) den Begriff mit der Barmherzigkeit der Mutter mit ihrem Säugling erklärte, so nennt sich Gott über 400 Mal im Koran danach.

Weil allerdings kein Mensch die Liebe oder den Hass anbeten darf und Gott nicht identisch mit irgendetwas in der Schöpfung Befindlichem, ist die christliche Formel "Gott ist Liebe" wörtlich genommen abzulehnen. Die islamische Formel lautet daher schlicht: Gott ist Gott. Siehe: Wer oder was ist Gott?

Zu Nr. 2)

Sie gestand und wollte sich von ihrer Sünde durch Steinigung reinigen, worauf der Gesandte Gottes (s) sie zurückschicken wollte und hoffte, dass sie es dabei bewenden ließ. Sie weigerte sich, wegzugehen und wies auf ihre Schwangerschaft als Beweis hin. Dann schickte er sie dennoch zurück, damit sie ihr Kind austrug. Als sie zurückkam, schickte er sie nochmal zurück, bis sie es zwei Jahre lang gestillt hatte. Dann kam sie, wieder freiwillig, zurück und zeigte ihm, dass das Kind nun Brot aß. Dann wies der Gesandte Gottes (s) seine Gefährten an, sie zu steinigen. Während der Steinigung schimpfte einer der Anwesenden über sie. Der Gesandte Gottes (s) sagte zu ihm: "Beschimpfe sie nicht, denn sie hat sich in einer Bekehrung bekehrt, die für siebzig Bewohner Medinas ausreichen würde." (Überliefert von Imam Muslim u.a.)

Zu Nr. 3)

Der Islam ist hier die Mitte zwischen den Extremen des Judentums und des Christentums. Judentum hat eine Überbetonung der äußeren Taten und des äußerlichen Gesetzes, Christentum eine Vernachlässigung desselben.

Die Grundlage ist im Islam der innere Glaube, dessen Frucht die Tat sein muss. Siehe die Liste in der Mitte der folgenden Seite: http://www.lichtwort.de/tunUndNichtTun


Frage:

Wie kann ich mich bekehren (tawbah), wenn ich als Muslim/-in eine Sünde begangen habe?

Antwort:

Du bekennst deine Verfehlung vor Gott und vor dir selbst, idealerweise reumütig, wendest dich Ihm innerlich aufrichtig wieder zu, bittest Ihn um Verzeihung, mit dem festen Entschluss, die Verfehlung nie wieder zu begehen.

Deine Bekehrung wird von Gott {erh.} dann angenommen, so Gott will.

Wenn es sich um eine Großaufsässigkeit handelt (Unzucht, Diebstahl etc.), sollte so bald wie möglich die Pilgerfahrt anvisiert werden, da man durch diese auch von großen Sünden, wenn man sich aufrichtig bekehrt, gereinigt wird.


Frage:

Es gibt eine Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten, ob das Auftragen von alkoholischem Parfum erlaubt ist oder nicht. Was ist, wenn ein Ehemann es als verboten an sieht, seine Ehefrau jedoch nicht? Kann er es ihr verbieten und darauf pochen, dass die Frau ihrem Ehemann folgsam zu sein hat?

Antwort:

Wenn er von ihr verlangt, das Parfum nicht zu benutzen, wird sie, wenn sie die Benutzung unterlässt, für ihre Bewahrung der Harmonie gegenüber ihrem Ehemann belohnt.

Ob sie aber verpflichtet ist, die Benutzung zu unterlassen, solange sie es nicht als verboten ansieht, ist eine andere Frage. Aber sie müsste sich erübrigen, denn für wen will sie sich denn parfümieren, wenn ihr Ehemann es nicht mag?

Die Autorität des Ehemannes gegenüber seine Frau ist im Islam jedenfalls nicht unbegrenzt. In der malikitischen Rechtsschule hat er noch nicht einmal einen Anspruch darauf, dass sie für ihn kocht oder den Haushalt macht. (D.h. wenn eine Pflicht dazu besteht, dann nicht wegen der ehelichen gottgegebenen Autorität, sondern höchstens aus Gerechtigkeitsgründen etc., z.B. wenn er täglich von der Arbeit übermüdet nach Hause kommt.)

Dies gilt hier wohl besonders, da handelsübliches Parfum, das Alkohol enthält, mit Sicherheit nicht verboten ist, solange das Parfum grundsätzlich nicht trinkbar ist.

Die Gelehrten, die dies verbieten, begründen dies mit der angeblichen Unreinheit des Alkohols, und dies wiederum begründen sie mit dem Vers: O die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Greuel vom Werk des Satans. So meidet ihn, auf daß es euch wohl ergehen möge. (5:90) Für das Wort „Greuel“ steht hier rijs, was als „Unreinheit“ interpretiert wird. Man sieht aber an dem Vers, dass es sich z.B. auch auf Lospfeile bezieht, was beweist, dass hier nicht die substanzielle, sondern nur die moralische Unreinheit gemeint ist.


Frage:

[Zu dem Hadith, der militärische Kampf sei der kleine jihâd (Dschihad), und gegen die Triebseele anzukämpfen, sei der große jihâd] ist bei [mir] ein Kommentar eingegangen, der mich verunsichert hat. „Diese[r] Hadith ist schwach und seine Bedeutung ist falsch.“ [...] Wie ist es nun wirklich?

Antwort:

Der Hadith mit dem „großen“ und „kleinen Dschihad“ ist in der Tat schwach, aber es gibt andere, authentische Überlieferungen, die mehr oder weniger auf das Gleiche hinauslaufen, z.B.:

Der (wahre) jihâd Leistende ist einer, der um Gottes willen gegen sein Selbst ankämpft.“ (Sunan at-Tirmidhiyy, Hadith Nr. 1621, von Tirmidhiyy als ħasan Saħîħ eingestuft)

Auch vorliegend in der Formulierung: „Der vorzüglichste jihâd ist, um Gottes willen gegen das eigene Selbst anzukämpfen.“ (von Albâniyy als authentisch eingestuft).

Die Bezeichnung als „groß“ und „klein“ ist womöglich dennoch skeptisch zu sehen, da für den militärischen jihâd eine große Selbstüberwindung nötig ist und somit auch dies zumindest mit dem sogenannten großen jihâd verbunden ist. Völlig unberechtigt müssen die Bezeichnungen aber nicht sein, da immerhin das Ankämpfen gegen das eigene Selbst das ganze Leben dauert, während der militärische jihâd schon zu Zeiten des Gesandten (s) oftmals nur ein paar Tage dauerte. Vielleicht ist es das, was mit „groß“ und „klein“ gemeint ist, falls der Gesandte Gottes (s) diesen Ausspruch jemals so getätigt hat.

Übrigens ist der militärische jihâd nicht nur zur Selbstverteidigung da, sondern auch, um unterdrückte Menschen zu befreien oder der Unterdrückung der Botschaft Gottes allgemein ein Ende zu setzen, wenn es nicht auf diplomatischem oder anderem Wege erreicht werden kann. Dafür ist es allerdings nötig, dass die Muslime unter einer überregionalen, von ihnen mehrheitlich anerkannten Stellvertretung des Gesandten (s) organisiert sind, welche den militärischen jihâd koordiniert. Anderenfalls ist dies streng verboten, soweit es zu Chaos und Verderben führt, zumal die Koranverse, die das Stiften von Verderben brandmarken und verbieten, zahlreich genug sind. Unmittelbare Notwehr ist aber ohne den Kalifen zulässig.

Und Gott weiß es besser.


Frage:

Ich bin eine Deutsche, seit drei Jahren – alhamdulillah – zum Islam konvertiert. Aber meine Eltern haben leider wie viele Deutsche ein schlechtes Bild vom Islam. Wie soll ich damit umgehen?

Antwort:

Wenn sie aus Unwissen und wegen des Medieneinflusses ein schlechtes Bild vom Islam haben, wäre es zu empfehlen, ihnen gute Literatur zu schenken, durch welches das Bild korrigiert wird. Zum Vorschlag sei auf folgende Bücher und Artikel verwiesen:

Wenn sie aber bewusst in sich dieses schlechte Bild hervorgerufen haben oder in sich aufrechterhalten, um sich in ihrer Opposition zum Islam zu motivieren und legitimiert zu fühlen, wird man als Mensch ohne eine – womöglich wundersame – Hilfe Gottes dieses Bild nicht dauerhaft ändern können.

In jedem Fall ist zu empfehlen, Gott um die Rechtleitung der Eltern zu bitten, selbst ein vorbildliche(r) Muslim(a) zu sein und möglichst nichts zu tun, wodurch sich die Eltern in ihrem falschen Bild bestätigt fühlen könnten.


Frage:

Wie verhindert man schlechten Einfluss von den Nichtgläubigen auf unsere muslimischen Kinder? Sie motivieren unsere Kinder durch ihr „harames“ Verhalten. Wie soll man den Kindern das beibringen?

Antwort:

Eine absolute Abschirmung vor negativen Einflüssen ist nicht möglich, denn selbst ohne nichtmuslimischen Freundeskreis gibt es viele andere Quellen schlechter Einflüsse, z.B. durch Medien oder Teile des Schulunterrichts mancher Lehrer. Sogar manche muslimische Freunde können einen schlechten Einfluss haben. Die totale Abschirmung ist nicht nur nicht möglich, sondern auch schädlich, da hierdurch die innere Abwehrfähigkeit gegen schlechte Einflüsse geschwächt wird und verkümmert. Ähnlich ist es mit der totalen Abschirmung vor Krankheitserregern, indem man Kinder nur sterile Gegenstände berühren lässt etc. Dies führt langfristig zur Verkümmerung des Immunsystems und somit zur Gefährdung des Kindes. Es bleibt nichts übrig, als das Kind häufig an Gott und den Jüngsten Tag zu erinnern, es religiös gut zu unterrichten und ihm beizubringen, wachsam zu sein und sich seine Freunde gut auszusuchen. Es sollte dahingehend sensibiliert werden, dass wenn es feststellt, dass es durch den Freundeskreis nahe dran ist, nicht nur in etwas Verbotenes, sondern sogar in eine Großaufsässigkeit zu stürzen, sich von diesem sogenannten Freundeskreis sofort trennt oder ihn vor die Wahl stellt, entweder vom Nahekommen zu Großaufsässigkeiten abzulassen oder einen eigenen Weg zu gehen.

Desweiteren sollten die Eltern die Sura „Luqmân“ aufmerksam lesen und die dort beschriebene Erziehungsweise Luqmâns mit seinem Sohn auf ihre eigenen Kinder anwenden.


Frage:

Meine Mutter ist leider nicht gläubig. Wie kann ich sie dazu bringen bzw. was kann ich dafür tun, um zu vermeiden, dass sie in die Hölle1 geht. (Auch nach mehreren Gesprächen lehnte sie es ab, den Islam anzunehmen, mit uns zu beten usw.)

Antwort:

Man kann niemanden zwingen, der Peinigung im Jenseits zu entgehen. Darum sei hier empfohlen, Bittgebete an Gott für die Rechtleitung der Mutter zu richten und weiterhin in schöner und weiser Ermahnung mit ihr zu reden. Eventuell könnte man sie noch zu (vertrauenswürdigen) deutschsprachigen Vorträgen mitnehmen oder ihr Literatur schenken oder auf diese hinweisen. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang „lichtwort.de“. Am besten ist natürlich, ihr eine gute Übersetzung des Koran, aber nicht sofort das komplette Buch, sondern begonnen mit Auszügen aus dem früher offenbarten und für sie inhaltlich wichtigeren Teil, der sich im hinteren Fünftel des Koran befindet. In angemessenen Abständen könnte man ihr eine Sure zu lesen geben, so dass dies dem Modus, in welchem die ersten Muslime die Botschaft erhielten, am nächsten kommt.

1 Dieser Name sollte aufgrund seiner ursprünglich polytheistischen Verwendung und seiner heutzutage dem Zweck seiner Nennung entgegengesetzten Wirkung vermieden werden (außer in besonderen Fällen). Es gibt genügend Alternativen: „Das Feuer“, „Inferno“, „Gehenna“, „Jahannam“...