Johannes der Täufer und sein Name

Der Koranvers 19:7 scheint zu sagen, Gott habe vor Johannes dem Täufer keinen ihm Namensgleichen sein lassen, obwohl doch sehr wohl Persönlichkeiten mit dem Namen „Johannes“ bekannt sind, die vor ihm gelebt hatten.

Hiermit ist kein Widerspruch feststellbar, denn:

  • Johannes der Täufer wird im Koran „Yaħyâ“ genannt, statt „Yuħânâ“, wie „Johannes“ arabisiert ja lautet. Es spricht nichts dagegen, dass er einen Doppelnamen hatte und niemand vor ihm „Yaħyâ“ oder „Yaħyâ Yuħânâ“ geheißen hat. Interessanterweise benutzt die Religionsgemeinschaft der Mandäer, die sich als die letzten Vertreter der ursprünglichen Religion Johannes des Täufers ansehen, für ihn diesen Doppelnamen.
  • Die Übersetzung „O Zacharias, Wir verheißen dir einen Knaben, dessen Name Yaħyâ ist, und dem Wir nie zuvor einen Namensgleichen haben sein lassen“ ist möglicherweise ohnehin nicht korrekt. Was hier mit „namensgleich“ übersetzt ist (samiyyâ), heißt auch oder sogar eher „ebenbürtig“ oder „hoch“ bzw. „gleich hoch“.1 In dieser Bedeutung wird das Adjektiv noch in derselben Sure in Vers 65 benutzt, wo über Gott {s.w.t.} gesagt wird: Weisst du denn einen, der Ihm ebenbürtig ist?

(Eine interessante tiefer gehende Studie dazu (engl.): A Linguistic & Exegetical Enquiry Into Qur'an 19:7)

1 Dies mag die Frage aufkommen lassen, wie kein Geschöpf vor Johannes als ihm ebenbürtig einzuschätzen ist, wenn doch größere Propheten als er existiert hatten und Mohammed (s) selbst in einem authentischen Ausspruch den Propheten Abraham als das beste Geschöpf Gottes einstufte. Diese Frage kann jedoch damit beantwortet werden, dass der Vers von dem Knaben Johannes und nicht unbedingt von der Gesamtperson spricht. Dass diese Höhe mit seinem Knabenalter und einem Status als „Wunderkind“ zusammenhängt, legt dann auch Sure 19:12 nahe.


Widerspruchsfreiheit zu naturwissenschaftlichen Fakten: Übereinstimmung mit anderen externen Fakten: Theologie und Dogmatik: Ethik: Geschlechtergerechtigkeit:
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