Zwangsehen im Islam?

Wenn Islam und Koran nichts mit Zwangsehen nichts zu tun haben, warum hört man so oft nur von Zwangsehen unter Muslimen, während es in der westlichen Kultur so etwas nicht zu geben scheint?

Hiermit ist kein ethischer Fehler feststellbar, denn:

  • Es ist eine in den Medien vernachlässigte, aber unter Experten bekannte Tatsache, dass Zwangsehen auch in anderen Religionen und Kulturen häufig vorkommen. Dazu existieren genügend Studien, die sich heutzutage schnell recherchieren lassen.
  • Der Islam ist wahrscheinlich die einzige Weltreligion, die Gottesworte und authentische Aussprüche ihres Propheten bereithält, die sich eindeutig gegen Zwangsehen aussprechen.
  • Was sogar bei Angehörigen des westlichen Kulturkreises bezüglich der Ehe im wörtlichen Sinne durchaus nach wie vor noch vorkommt, ist die „negative Zwangsehe“, etwa im Sinne von: „Wenn du den heiratest, bist du nicht mehr meine Tochter.“
  • Es ist unsinnig, in Kulturkreisen, in denen die Ehe an sich mittlerweile als fast völlig unwichtig angesehen wird, nach Zwangsehen zu suchen. In Gebieten aber, wo man von der Ehe des Sohnes oder der Tochter aufgrund des verbliebenen kulturellen Stellenwertes dieser Institution regelmäßig soziale, materielle oder politische Vor-/Nachteile erhofft/befürchtet, kommen natürlich dann und wann Zwangsehen vor, egal welche Religion oder Ideologie vorherrscht. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, dass dies in der Natur der Sache liegt. - Um dies zu bestätigen, brauchen wir hier in Westeuropa einfach nur nach demjenigen Lebensweg zu suchen, durch den der eheliche Lebensweg bezüglich der eben genannten Vor- und Nachteile - auch und gerade im kulturellen Rahmen - ersetzt worden ist, und werden schnell fündig: Beim beruflichen Lebensweg. Hier kommt es im „aufgeklärten Westen“ bekanntlich tausendfach zu „Zwangsverheiratungen“ von Söhnen und Töchtern mit unliebsamen Studienfächern, Ausbildungsrichtungen und Firmenbetrieben.


Widerspruchsfreiheit zu naturwissenschaftlichen Fakten: Übereinstimmung mit anderen externen Fakten: Theologie und Dogmatik: Ethik: Geschlechtergerechtigkeit:
Innere Widerspruchsfreiheit: Sonstiges: